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Ziele und Motivation

Fraum im Rollstuhl mit Hund

In Wien teilen sich sehr viele Menschen ihren Lebensraum mit Haustieren. Laut Schätzungen des Instituts für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung (IEMT) leben in Österreich 590.000 bis 640.000 Hunde. Davon sind in Wien rund 50.000 Hunde registriert. In jedem 4. Haushalt lebt zumindest eine Katze. Es liegen zurzeit noch keine genauen Statistiken vor, da nicht jedes Tier offiziell registriert ist und somit noch nicht in der Datenbank aufgenommen werden konnte.

Einige jener Menschen sind - unverschuldet - in einen finanziellen Engpass geraten. Die Kosten für die Erhaltung eines Haustieres sind nicht zu unterschätzen. Ein Hund von mittlerer Größe kostet dem Halter im Monat ca. 60-80 Euro, wenn er diesen artgerecht ernähren möchte. Nach Angaben der österreichischen Tierheime wird als zweithäufigster Grund für die Abgabe des Tieres „Geldmangel“ angegeben. Im Rahmen unseres Projekts haben wir die Erfahrung gemacht, dass vorwiegend ältere Personen, meist alleinstehende Frauen, dringend unsere Hilfe benötigen.

Beispiel:

Frau Annelie W., 58 Jahre alt, erhält aus gesundheitlichen Gründen die Frühpension in Höhe von Euro 640.-. Vor kurzem ist ihr Lebensgefährte verstorben. Er hat ihr einen enormen Schuldenberg hinterlassen. Frau Annelie W. pflegt keinerlei sozialen Beziehungen zu anderen Menschen, sie lebt isoliert. Einzig und allein sind ihr ihre 2 geliebten Hunde, Tobi und Bruno, geblieben. Da sie sich jedoch in einer finanziellen Misere befindet, sieht sie sich gezwungen, ihre beiden Hunde schweren Herzens in ein Tierheim abgeben zu müssen. Genau hier helfen wir.

Unser Verein TierFreude hat nach langer Recherche und Planung, im April 2012 den mobilen Sozialmarkt für TierhalterInnen ins Leben gerufen, welcher Hunde - und KatzenhalterInnen in Krisenzeiten ermöglicht, zu einem symbolischen Beitrag Futter zu beziehen. Einer der häufigsten Gründe für die Abgabe des geliebten Tieres ist die hohe finanzielle Belastung. Da dies oft der einzige Ausweg aus dem finanziellen Ruin ist, setzen wir an dieser Stelle an und unterstützen Mensch und Tier in schwierigen Zeiten und helfen dabei einzigartige Mensch-Tier-Beziehungen zu erhalten. Der Mobile Sozialmarkt für mindestpensionierte TierhalterInnen ist nach folgendem Prinzip aufgebaut: Personen die eine Mindestpension beziehen sind zum kostengünstigen Erwerb von Futtermitteln berechtigt. Die Hilfe geht jedoch weiter über eine bloße „Futterlieferung“ hinaus.

Für uns ist das „Arbeiten“ auf einer persönlichen Ebene sehr wichtig. Wir fahren zu unseren Klienten nach Hause und nehmen uns Zeit für Gespräche. Da wir die Erfahrung gemacht haben, dass unsere Klienten sehr oft einsam und isoliert leben, nicht das nötige Kleingeld für Unternehmungen haben, machen wir seit dem Jahr 2013 gemeinsame Ausflüge – mit Mensch und Tier. Diese Unternehmungen sollen einerseits die Mensch-Tier-Beziehung stärken, anderseits auch Menschen und Tiere zusammenführen, um soziale Kontakte zu knüpfen. Die Kooperationshundeschule „Hundefragen“ wirkt bei den Ausflügen mit um unseren Klienten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Darüber hinaus sind  1-2 Psychotherapeuten während der Ausflüge anwesend.

Frau mit Hund

Die Vision:

Bei unserer bisherigen Tätigkeit, haben wir festgestellt, dass die Betroffenen, großteils psychische Probleme haben. In Zukunft möchten wir enger mit psychosozialen Dienststellen und Psychotherapeuten zusammenarbeiten. Ein weiterer wesentlicher Kostenfaktor bei der Haltung von Tieren ist der Tierarzt. Fabian Schmid, Vorstandsmitglied im projekttragendem Verein und Student der Veterinärmedizin wird nach Abschluss des Studiums seine Zeit und seine Kraft überwiegend dem Projekt widmen, um Menschen und Tieren zu helfen.

Unsere älteren Klienten leben oft mit der Ungewissheit, was mit ihrem Liebling nach dem eigenen Tod geschieht. Wir arbeiten diesbezüglich an der Planung für die Errichtung eines kleinen Gnadenhofs, wo die Tiere nach dem Tod des Halters ein artgerechtes und schönes Leben bis an ihr Ende verbringen können. 

Um unser Projekt wachsen lassen zu können benötigen wir weitere finanzielle Mittel und gute Ideen.